Ernst Meili

Gerade mal 20 Jahre war Ernst Meili alt, als er seine eigene Motorradwerkstatt im Schweizerischen Bazenheid aufmachte: Doch schon bald zog es den Erfindergeist nach Schaffhausen. Dort gründete er im Jahre 1934 die E. Meili Traktorenfabrik. Der junge Meili hatte Erfolg, großen Erfolg: Bereits in den 30er Jahren überzeugten die von ihm entwickelte Hinterachse und das Stahlgreifrad, die in Autotraktoren zum Einsatz kamen. Ab 1938 verbaute Meili seine patentierten Holzvergaser mit eigenen Karosserien: Die ebenfalls von Ernst Meili entwickelten und patentierten Federstahlantriebsräder dienten in den Kriegswirren als sinnvoller Ersatz für Gummireifen.

1942 ist die Ära der Autotraktoren vorbei: Ab dann konzentrierte man sich in der E. Meili Traktorenfabrik auf die Produktion von Landwirtschaftstraktoren. Auch das mit durchschlagendem Erfolg: Schon 1950 konnte er mehrere Dutzend seiner Zugmaschinen vom Typ Herkules bis nach Südafrika exportieren. Als Meilis Unternehmen anno 1964 nach Schübelbach umzog und in die Meili Fahrzeugbau AG umbenannt wurde, verdienten bereits siebzig Menschen ihr Brot bei Meili.Ernst Meili

In den Jahren seit der Gründung der Firma 1934 bis zum Jahre 1966 wurden bereits rund 7.000 Trecker produziert, E. Meili hatte sich zum drittgrößten Traktorenhersteller der Schweiz gleich nach Hürlimann und Bührer gemausert: Sein Agromobil diente 1964 als Raketenträger, sein Multimobil (ohne Zentralrohr- Chassis) gilt als Vorläufer der heutigen Kommunalfahrzeuge. Es gab wenig, was Ernst Meili nicht bauen konnte: Raupenfräsen und Mähraupen gingen auf sein Konto, 1966 versuchte er sich sogar in der Entwicklung eines Helikopters. Dieses Projekt war eines der wenigen, an denen Ernst Meili scheiterte: Die Abstimmung von Haupt- und Heckrotor gelang ihm nicht zufriedenstellend.

Leider verstarb Ernst Meili schon im Jahre 1975 bei einem Unfall. Sein Unternehmen wurde bis 1984 von seiner Familie weitergeführt, doch dann musste die Liegenschaft aus finanziellen Gründen veräußert werden. Einer der Söhne, Viktor Meili, hatte sich allerdings schon 1974 mit der V. Meili AG für Konstruktionen und Spezialfahrzeuge in die Fußstapfen seines Vaters begeben: So gelang es dem Nachfolger 2001 den früheren Besitz des ersten Meili-Gründers wieder in den Besitz der Familie zurückzuholen. Seit dem Jahr 2002 werden die V. Meili Fahrzeuge wieder in dem Gebäude produziert, welches Ernst Meili bereits 1964 dafür erbaut hatte.