Fendt - der lange Weg zum Dieselross

Die handwerkliche Tradition der Familie Fendt geht zurück bis an den Anfang des 17. Jahrhunderts. Im Jahre 1635 ließ sich Schlossermeister und Turmuhrbauer Sylvester Fendt im Alter von 34 Jahren in Oberdorf nieder und begründete die Oberdorfer Fendt-Linie. Diese verästelte sich zwar im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedliche Bereiche, blieb aber überwiegend dem metallverarbeitenden Handwerk verbunden. Die Kirchturmuhrenherstellung wurde über einige Generationen betrieben. Mitte des 18. Jahrhunderts kam die Bleizugherstellung hinzu, die die Familie Fendt ebenfalls über einige Generationen betrieb und auch ins Ausland exportierte.

Fendt DieselrossIm Jahre 1898 übernahm Johann-Georg Fendt als Spezialist für Turmuhren und Bleizugmaschinen den Betrieb seines Vaters Franz Xaver Fendt, der damals das Handwerk und eine kleine Landwirtschaft umfaßte. Er erkannte jedoch schnell, daß die große Zeit des Kirchenbaus vorbei war und begann den Handel mit landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, sowie deren Wartung und Reparatur.In den 20er Jahren kamen aus der Landwirtschaft zunehmend Wünsche nach Mechanisierungshilfen.

Der Familie Fendt, die damals die  landtechnische Werkstätte betrieb, blieb dies natürlich nicht verborgen. Ganz im Gegenteil: Es kam die Idee zur Koppelung eines Benzinmotors mit einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine.  Gemeinsam mit seinem Vater Johann-Georg Fendt entwickelte Hermann Fendt den Grasmäher. Der Grasmäher wurde ständig weiterentwickelt. Jedoch zeigte sich, daß der Benzinmotor zu teuer und zu schwach war.

Mit sehr viel Mut und handwerklichem Geschick gingen Vater Johann- Georg und Sohn Hermann Fendt inmitten der Weltwirtschaftskrise ans Werk. Ihre neue Idee war ein Kleinschlepper für die Allgäuer Landwirtschaft. So begannen sie 1929 mit dem Bau eines Kleinschleppers mit Dieselmotor, ZFGetriebe und Sachs-Kupplung. Dieser erste Schlepper konnte Anfang des Jahres 1930 an den fortschrittlichen Landwirt Peter Guggemoos aus Burk bei Seeg im Allgäu ausgeliefert werden.

Die Namenssuche für den Schlepper gestaltete sich anfangs schwierig. Die zündende Idee kam schließlich von dem Kunden Franz Sailer, einem Brauerei- Besitzer, der bereits den zweiten Kleinschlepper kaufte: Er nannte seinen Schlepper »Dieselross«. Damit war eine neue Marke geboren: das Fendt Dieselross.

Bildquelle: Pressedienst AGCO Fendt GmbH