Fendt, John Deere und Claas im Vergleich

Bei deutschen Landwirten beliebt: der John Deere

Fendt, John Deere oder doch Claas? Welcher Traktor hat das beste Image?
Zwei Monate lang führten Studenten der Agrarwissenschaften in Göttingen eine spannende Umfrage durch. Knapp 500 Landwirte aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurden gebeten, das Ansehen der drei großen Traktorenhersteller zu bewerten.

Zunächst einmal zum allgemeinen Bekanntheitsgrad der Marken. Hier hat Fendt die Nase vorn, dicht gefolgt von John Deere. Dieses Phänomen ist laut der Befragten vor allem auf die markanten Werbeanzeigen und Internetauftritte der beiden Hersteller zu-rückzuführen. Fendt punktet außerdem mit positiven Berichten in Fachzeitschriften.

Die hohe Beliebtheit von Fendt-Traktoren lässt sich auch durch den Ruf der Marke als deutsche Qualitätsarbeit erklären, schließlich laufen alle Fendt-Traktoren in Deutschland vom Band. Ähnliches gilt auch für die Claas-Maschinen. John Deere kann seine amerikanischen Wurzeln nicht leugnen und muss daher auf diesen Imagevorteil verzichten.

Um das Ansehen der drei „grünen“ Traktorhersteller genauer bewerten zu können, wur-en die Teilnehmer der Umfrage gebeten, die sieben erfolgreichsten Traktormarken nach Ansehen zu sortieren. Hier landete wieder Fendt auf Platz eins, vor John Deere und Claas. Erst dahinter folgten Case IH, Deutz-Fahr, New Holland und als Schlusslicht Massey-Ferguson.

Alle drei Herstellerfirmen ernten im Bereich Wartung und Technik sowohl Lob als auch Tadel. Fendt-Fahrer bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis als verbesserungswürdig, sind aber mit Qualität, Komfort und Ausstattung durchaus zufrieden.
John Deere überzeugt durch Servicequalität, Leistungsstärke und eine hohe Wartungsfreundlichkeit. Im Bereich Umweltfreundlichkeit und auch der Ausstattung sehen die Kunden dieser Marke aber Verbesserungsmöglichkeiten.
Claas-Traktoren bieten ein ähnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wie John Deere. Jedoch muss die Marke weiterhin an ihrem Ruf als Hersteller für Top-Markentraktoren feilen, da sie ganz einfach noch nicht so lange auf dem Traktoren-Markt mitmischt wie die beiden anderen Hersteller – Claas-Traktoren sind erst seit 2003 im Programm.

Natürlich gibt es auch einiges an Vorurteilen über den typischen Fendt-, John Deere- oder Claas-Käufer. So wird fast allen Fendt-Käufern ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Rinderhaltung zugesprochen. John Deere-Besitzer sollen hauptsächlich unter großen Ackerbauern zu finden sein und Fahrer die auf Claas setzen haben laut Umfrage das größte Preis- aber das geringste Traditionsbewusstsein.

Außerdem hält sich die landläufige Meinung, dass John Deere-Fahrer einen weitaus größeren Betrieb bewirtschaften als Fendt-Besitzer. Bei Landwirten, die mit Claas arbeiten, wird die kleinste Betriebsfläche vermutet.
Nun zur Realität: Ganze 83 Prozent der Fendt-Bauern haben keinen Futterbaubetrieb  und nur 59 Prozent der befragten John-Deere-Besitzer erwirtschaften die Mehrheit ihres landwirtschaftlichen Einkommens tatsächlich mit Ackerbau.
Ebenso haben Fendt-Bauern im Schnitt sogar eine geringere landwirtschaftliche Nutzfläche (332 ha) als Claas-Besitzer (464 ha). Spitzenreiter ist hier allerdings immer noch John Deere mit der durchschnittlich größten Nutzfläche (562 ha). Zumindest dieses Vorurteil stellt sich also als wahr heraus.