Lanz Bulldog
Spricht man im süddeutschen Raum vom Bulldog, versteht man darunter selbst heute noch landläufig einen Schlepper oder Traktor. Hier lässt sich bereits erahnen, welchen Bekanntheitsgrad und Anerkennung der „Lanz“ in der Bevölkerung inne hatte und immer noch hat.
Im Jahr 1921 stellt die Firma Heinrich Lanz Mannheim auf der Landwirtschaftsausstellung in Leipzig erstmals den Prototyp eines von Dr. Fritz Huber entwickelten 12-PS Rohölschleppers mit Glühkopfmotor dem interessierten Publikum vor. Das war die Geburtsstunde des Traktors - der Triumphzug um die Welt beginnt. Er bekommt wegen seines Aussehens, das einer Bulldogge glich, den Namen Lanz-Bulldog.
Die Einfachheit, seine Robustheit und die unkomplizierte Handhabung stellen die wesentlichen Verkaufsargumente des „12er Lanz“ dar. Der mit einem ventillosen Einzylinder-Zweitakt- Rohölmotor ausgestattete Kleinschlepper wird genau deswegen im In- und Ausland so beliebt. Der Glühkopfmotor selbst ist ein liegender, großvolumiger und ventilloser Einzylinder-Zweitaktmotor mit Schlitzsteuerung und Selbstzündung. 12 PS aus 6.220 ccm Hubraum, rahmenlose Blockbauweise und eine Verdampfungskühlung mit Wasserpumpe – das sind ein paar wenige, aber aussagekräftige Faktoren, die den Erfolg ausmachten.
Ein Getriebe gibt es nicht, das Rückwärtsfahren erfolgt mittels Drehrichtungsänderung und Umsteuern des Motors im Totpunkt durch geschicktes Gasgeben. Als verwendbare Kraftstoffarten kommen Roh-, Gasund Erdöl, aber auch Altöle, Petroleum, Paraffinöl, Spiritus, Pflanzenöle und Tran in Frage. Bedenkt man den Zeitraum, in dem der 12er Lanz gebaut wurde, nämlich von 1921 bis 1927, war dies ein absoluter Vorteil.
Die Käufer konnten zwischen der Gespann-Version, dem Eisen-, Gummi-, Verkehrs- und Doppel-Bulldog wählen. Insgesamt wurde dieses Modell von den Lanz Werken mehr als 6.000-mal verkauft. Von diesem Erfolg „angestachelt“, entschließt man sich in Mannheim, eine 8 PS Version, den Mops, herzustellen.
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