Boehringer Unimog

Marke: 
Boehringer
Modell: 
Unimog

Als der Zweite Weltkrieg gerade zu Ende gegangen war, mussten sich die drei westlichen Besatzungszonen nicht nur mit den verheerenden Verwüstungen der Kriegsjahre auseinandersetzen, sondern auch noch mit den später nicht umgesetzten Plänen des US-amerikanischen Finanzministers H. Morgenthau, der eine Demontage der gesamten Industrie des Landes hin zu einem reinen Agrarstaat ins Auge gefasst hatte. Zu dieser Zeit überlegte sich der gerade arbeitslose Dip.-Ing. A. Friedrich, vormals langjähriger Konstruktionsleiter für Flugmotoren bei Daimler-Benz, wie sich die bäuerliche Arbeit mithilfe eines allradgetriebenen Allzwecktraktors am besten rationalisieren lassen könnte. Um seine Gedanken umzusetzen, schloss sich Friedrich mit seinem ehemaligen Kollegen bei Daimler-Benz, dem Lkw-Konstrukteur Dipl.-Ing. Heinrich Rößler, zusammen. Leider ließ sich kein Partner aus der Auto- oder Schlepperindustrie gewinnen, sodass man sich auch über das Interesse eines völlig branchenfremden Unternehmens, der Gold- und Silberwaffenfabrik Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd, freute. Aus noch sehr vagen Überlegungen zu einem Universal-Motor-Gerät heraus entstanden schließlich 1946 erstmals konkrete Pläne, einen Allzwecktraktor zu entwickeln. Innerhalb von nur sieben Monaten gelang es den engagierten Partnern, ein erstes Fahrgestell zu erproben - am 9.Oktober 1946. Nichts ließ erahnen, dass Friedrich und sein Team das Urexemplar eines Fahrzeugs geschaffen hatten, das von keinem anderen Nutzfahrzeug hinsichtlich der Vielseitigkeit übertroffen werden konnte. Beim Prototyp U 5 ersetzten die Konstrukteure das bis dahin eingesetzte Vergaseraggregat durch den DB-Dieselmotor OM 636 mit Bosch-Einspritzanlage in gedrosselter Ausführung, der gerade erst für den Pkw 170 D entwickelt worden war. Im April 1947 musste das Team um Friedrich den neu entwickelten Unimog einer Prüfungskommission der US-Verwaltung vorführen - mit Erfolg, es durfte weitergebaut werden. Bald stellte sich heraus, dass der Serienbau nicht wie geplant bei Erhard & Söhne erfolgen konnte. Nach langem Suchen gelang es, die Göppinger Werkzeugmaschinenfabrik Gebrüder Boehringer GmbH für Fertigung und Vertrieb des Unimog zu gewinnen. So begann im August 1948 der Serienbau des Unimog bei Boehringer.

Bauzeit: 
1948-1950
Stückzahl: 
600
Verfügbarkeit: 
schlecht
Ersatzteillage: 
befriedigend
Leergewicht in kg: 
2350
Motordaten
Motorname: 
DB OM 636
Zylinder: 
4
Taktung: 
4
Hubraum in cm³: 
1697
PS: 
25
U/Min: 
1600
Listenpreis
wie neu: 
bis 13.600 €
gebraucht: 
bis 7.400 €
stark benutzt: 
bis 2.650 €

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